Vom Zielwert zur Rezeptur

Herstellung

Jede Rezeptur wird auf 1000 g gerechnet und immer in derselben Reihenfolge aufgebaut. Hier stehen die vier Schritte, die Zielfenster, mit denen sie arbeiten, und der Weg vom Ansatz bis in die Theke.

Die Methode in vier Schritten

  1. Fett festlegen. Bei Milchbasis 80 bis 120 g je Kilogramm, bei Frucht auf Milchbasis nur 60 bis 90 g, sonst deckt das Fett die Frucht zu. Das erste Fett ist die Vollmilch, danach kommt die geschmacksgebende Zutat, und die Sahne füllt auf den Zielwert auf.
  2. Laktose ausgleichen. Ziel sind 50 g je Kilogramm, erlaubt sind 40 bis 60. Milch, Sahne und Käse bringen einen Teil mit, der Rest kommt als Magermilchpulver dazu. Zu wenig Laktose lässt Wasser frei auskristallisieren, zu viel macht die Masse sandig.
  3. PAC auffüllen. Vom Zielwert werden zuerst die Beiträge abgezogen, die schon feststehen: die Laktose, der Fruchtzucker und bei gesalzenen Rezepten das Salz. Dann setzt die Saccharose die Süße, der Glukosesirup die Textur, und die Dextrose füllt die verbleibende Lücke.
  4. Feste Parameter ergänzen. 15 g Stabilisator je Kilogramm, bei faserreichen Früchten nur die Hälfte, dazu 1 g Salz. Was dann noch bis 1000 g fehlt, wird bis 80 g mit Milch aufgefüllt, darüber mit Wasser.

Der Rezeptgenerator geht genau diese vier Schritte durch und liefert die fertigen Mengen in Gramm.

Zielwerte

Die allgemeinen Parameter einer Milchbasis, jeweils bezogen auf die fertige Masse:

Bestandteil von bis
Fett7 %12 %
Zucker ohne Laktose16 %23 %
Laktose4 %6 %
Proteine3 %5 %
Sonstige Feststoffe0,5 %1 %
Trockenmasse gesamt40 %44 %
Wasser56 %60 %

Der PAC hängt davon ab, wie das Gelato aus der Theke kommt. Mit dem Spatel darf die Masse weicher sein als mit dem Löffel, die Thekentemperatur bleibt in beiden Fällen bei minus 12 bis minus 14 Grad.

Kategorie PAC mit Löffel PAC mit Spatel Fett je kg
Milchbasis, Nuss, Käse, Karamell270 bis 300310 bis 34080 bis 120 g
Schokolade auf Kakaobasismindestens 320310 bis 34080 bis 120 g
Weiße Schokolade270 bis 300310 bis 34080 bis 120 g
Dunkle Schokolade370 bis 42080 bis 140 g
Joghurt280 bis 320330 bis 36020 bis 50 g
Frucht auf Milchbasis, sauer280 bis 32060 bis 90 g
Frucht auf Milchbasis, Fruchtfleisch330 bis 38060 bis 90 g
Sorbet, saurer Saft330 bis 350ohne
Sorbet, bis 0,7 % Pektin350 bis 380ohne
Sorbet, über 0,8 % Pektin380 bis 400ohne

Sorbet folgt einer eigenen Logik: ohne Fett und Milcheiweiß trägt allein der Zucker die Struktur. Der Gesamtzucker liegt dort bei 24 bis 32 Prozent einschließlich des Fruchtzuckers, deutlich über der Milchbasis.

Zutatenwerte

PAC und POD je Gramm Zucker. Diese sieben Zeilen sind die Grundlage jeder Rechnung:

Zucker PAC POD Wofür
Saccharose11setzt die Süße, gibt kurze Struktur
Dextrose1,850,7füllt den PAC auf, hält weich, süßt wenig
Fruktose1,851,3bindet Fasern in Kakao und Nuss
Glukosesirup 38-42 DE0,70,3Cremigkeit und Trockenmasse, nicht bei faserreichen Massen
Karamell1,41,1Geschmack und Farbe zugleich
Honig1,51,220 bis 40 g je Kilogramm für den Geschmack
Laktose10,1steckt in der Milch, senkt den Gefrierpunkt fast ohne zu süßen

Die Nährwerte, mit denen Fett und Laktose bilanziert werden:

Rohstoff Fett Laktose Protein Dosierung je kg
Vollmilch3,5 %5 %3 %500 bis 600 g
Sahne35 %3 %3 %gleicht das Fett aus
Magermilchpulver0 %55 %35 %gleicht die Laktose aus
Eigelb32 %0 %8 %50 bis 100 g
Butter82 %0 %0 %statt Sahne
Frischkäse31 %2 %11 %150 bis 250 g
Mascarpone42 %3 %0 %150 bis 250 g
Haselnusspaste65 %0 %20 %90 bis 120 g
Pistazienpaste55 %0 %23 %90 bis 120 g
Erdnusspaste50 %0 %26 %90 bis 120 g
Kakao 10-1211 %0 %0 %35 bis 60 g
Kakao 22-2423 %0 %15 %für dunkle Rezepturen
Weiße Schokolade38 %5 %2 %100 bis 220 g
Kakaomasse50 %0 %0 %150 bis 210 g
Kokosmilch17 %0 %0 %150 bis 250 g

Der Fruchtzucker ist keine Konstante. Tabellenwerte gelten für vollreife Ware. Wie viel Zucker wirklich drin steckt, sagt nur das Refraktometer, ein Grad Brix entspricht einem Gramm Zucker je 100 g Frucht. Deshalb lässt sich dieser Wert im Generator überschreiben: er geht direkt in den PAC ein.

Vom Ansatz in die Theke

Schritt Temperatur und Zeit Warum
Pasteurisieren, hoch 85 °C, 5 Sekunden Keime abtöten, Zucker lösen, Stabilisator quellen lassen
Pasteurisieren, niedrig 65 °C, 30 Minuten schonendere Alternative, gleiches Ziel
Mit Eigelb höchstens 82 bis 84 °C ab 85 °C gerinnt das Eigelb und die Masse wird flockig
Mit Kakao 85 °C erst dort brechen die Fasern auf, sonst wird die Masse hart
Abkühlen zügig auf 4 °C zwischen 20 und 40 °C vermehren sich Keime am stärksten
Reifen 4 bis 6 Stunden bei 4 °C Fett kristallisiert an, Stabilisator quillt vollständig auf
Abdrehen bis -9 bis -10 °C schnelles Frieren erzeugt kleine Kristalle, rund 70 % der Wassermenge
Schockfrosten -35 °C, 3 bis 5 Minuten hebt den Kristallanteil auf etwa 80 % und macht die Masse stabil
Lagern und servieren -12 bis -14 °C Textur bleibt rund 3 Wochen gut, Haltbarkeit 3 Monate

Saure Früchte und Säfte kommen grundsätzlich erst nach dem Pasteurisieren dazu. Mit der Milch erhitzt, gerinnt die Masse zu Käse. Fruchtfleisch dagegen wird von Anfang an mitgekocht, weil sonst das Wasser fehlt.

Wenn etwas nicht stimmt

Befund Ursache Abhilfe
sandig, kratzt auf der Zunge zu wenig Trockenmasse, Wasser kristallisiert frei aus Magermilchpulver erhöhen, Reifezeit verlängern
steinhart aus dem Gefrierfach PAC zu niedrig Anteil an Dextrose anheben, Saccharose entsprechend senken
wird in der Maschine nicht fest PAC zu hoch, oft durch Alkohol oder sehr reife Frucht PAC zurücknehmen, Alkohol auf höchstens 30 g je Kilogramm
fettig auf den Lippen Fettanteil über dem Fenster Sahne reduzieren, den Verlust über Milchpulver ausgleichen
nach einem Tag hart, obwohl frisch gut Fasern aus Kakao oder Nuss binden nachträglich Wasser Fruktose einsetzen, bei Kakao PAC über 320 halten
schmilzt sofort zu Milch Stabilisator fehlt oder war nicht aufgequollen trocken mit dem Zucker mischen, danach reifen lassen
Eisschicht auf der Oberfläche Kondenswasser im Behälter Folie direkt auf das Eis legen, flach lagern

Ausrüstung

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